„Mein Weg ins BFC“, Jaqueline Steiner

Mein Name ist Jaqueline Steiner ich bin 16 Jahre alt und arbeite seit November 2015 als Lehrling im Business Frauen Center. Mir ist aufgefallen, dass viele Mitglieder nicht wissen, wer ich bin, wie ich in das Business Frauen Center gekommen bin und wie es mir jetzt dabei geht. Durch diesen Blog Beitrag möchte ich meine Erfahrungen nach außen weiter geben.

Wie hat alles angefangen?

Nachdem ich meine 9.Schulstufe absolviert hatte, stand ich vor der großen Entscheidung, welche Richtung ich als nächstes einschlagen werde. Es war für mich sehr schwierig, mich mit 15.Jahren zu entscheiden, was ich machen möchte. Doch eines wusste ich, nach Beendigung der Schule wollte ich keine Zeit verlieren. Ich wollte immer mein eigenes Geld verdienen, mit beiden Beinen im Leben stehen und auch meine Vorschläge und Ideen in beruflicher Hinsicht einbringen. Meine Eltern haben zu mir gesagt, Frisörin das passt vielleicht gut zu dir. Ich wurde auch als Lehrling aufgenommen aber merkte schnell, dass das nicht das Richtige für mich ist. Kennen Sie das Spiel Engel und Teufel? Der Eine Engel sagt zu mir:“ Gute Einstellung: Du hast das gemacht was Du für richtig hältst!“ Und plötzlich erschien der Teufel auf meiner Schulter und sprach mir ins Ohr:“ Du musst als Frisörin weiterarbeiten was man beginnt bringt man zu Ende! Danach besprach ich meine Situation mit einem Betreuer, der mir ein offenes Ohr schenkte und Verständnis für meine Zweifel hatte. Gemeinsam mit meinem damaligen Betreuer kamen wir auf eine blendende Idee Bürokauffrau! Als wir das BFC betraten kam mir gleich ein Gedanke, WOW die Räume sehen sehr cool und so elegant aus!

Als ich dann von Frau Stein herein gebeten wurde, war ich etwas nervös. Frau Stein hatte mir Fragen gestellt, die ich wie aus einer Pistole heraus beantworten konnte. Doch eines blieb mir hängen: Frau Stein hatte noch nie einen Lehrling ausgebildet. Ich war stolz darauf, dass ich die Chance bekam, mich als Lehrling zu beweisen. Einige Minuten später bat Frau Stein Ihre Kollegin, Frau Hold, herein. Frau Hold hat mir ein sympathisches Lächeln zugeworfen. Als das Vorstellungsgespräch zu Ende war verließen wir das Haus. Einige Tage später hatte ich mich am Telefon im BFC gemeldet um heraus zu finden, wie es jetzt weiter gehen soll. Als ich dann für ein Monat eine Praktikumsarbeit bekommen habe, war ich ein bisschen unsicher. Als ich den ersten Tag im BFC arbeiten durfte, hatte es geregnet und Frau Themessl war alleine im Büro. Sie hat mir einen kurzen Überblick über das Business Frauen Center verschafft. Ich habe ihr auch Fragen gestellt, worauf ich von ihr sehr gute und hilfreiche Antworten bekam. Als dann in den nächsten Tagen Frau Hold und Frau Cuvelier im Dienst waren, gab es Mittagessen, aber das war kein gewöhnliches Essen. Frau Hold hatte vorgeschlagen, dass wir uns gegenseitig vorstellen sollen. Ich konnte etwas über mich erzählen aber ich sprach wenig. Ich hatte Angst mit anderen zu reden, geschweige denn auf andere Leute zuzugehen. Als dann das Telefon läutete, wusste ich nicht wer jetzt zum Telefon griff. Ich war nervös. Sarah hob Gott sei Dank das Telefon ab. Ich war sehr erleichtert. Doch den nächsten Anruf musste ich annehmen. Das mit dem Telefon ging eine ganze Weile so. Ich stand immer vor der Entscheidung, mich zu überwinden. Mir wurde bewusst, dass ich mich an jedem Tage meiner Angst stellen musste. Doch eines wurde mir noch klar, ich wollte nicht vor meinen Problemen davonrennen.

Was haben Sie im Business Frauen Center gelernt oder was nehmen Sie sich bisher von Ihrer Ausbildung mit?

Durch Tipps, Anmerkungen und Vorschläge von vielen Personen habe ich im Business Frauen Center gelernt, auf Menschen zuzugehen und keine Angst vor einem Telefonat zu haben. Ich habe gelernt, viele Dinge zu hinterfragen und nicht stur weiterzuarbeiten. Ich wurde immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt. Meine Aufgabe war es, die Herausforderung anzunehmen oder aufzugeben. Ich habe gelernt, Dinge nicht gleichzeitig zu erledigen, denn dadurch kommt man nur in den Strudel. (Step by Step). Ich habe gelernt, vor anderen Leute Telefonate zu führen ohne mich zu verstecken. Ich habe gelernt, mit anderen Leuten ein Gespräch zu führen ohne Angst zu haben. Ich habe gelernt, das zu sagen was ich mir denke ohne mich zu verstellen. Ich bekam immer wieder positives Feedback von vielen Personen. Durch diese positiven Feedbacks wurde ich als Mensch stärker. Durch das Business Frauen Center habe ich mich komplett zu einem anderen Menschen entwickelt. Nach meiner Ausbildung werde ich die positive Energie vom Business Frauen Center mitnehmen. Ich werde meine Herausforderungen auch danach annehmen und meine positive Einstellung auch an andere Menschen weitergeben. Wenn ich in einem normalen Unternehmen gewesen wäre, hätte ich mich nicht so entwickelt wie ich es jetzt bin.

Jaqueline Steiner
B
ürokauffrau in Ausbildung

 

Durch Kooperation zum Erfolg

– Die Zukunft der Arbeitswelt –

(Birgitta Winkler & Werner Wutscher) „Industrie 4.0“, das neue Schlagwort, das jedes Management-Seminar beherrscht. Damit verbunden ist die Vorstellung von Innovation in allen Bereichen, aber niemand weiß so recht, was das konkret bedeutet bzw. welche Auswirkungen dies auf die Arbeitswelt haben wird.

Traditionelle Arbeit, ein Auslaufmodell?

„Panta rhei“ wusste schon Heraklit, doch heute ist das einst so beschauliche Fließen schon längst ein reißender Strom. Das Leben rast an uns vorbei, oder doch wir am Leben? Europa steht vor der Herausforderung, neue Wege zu finden. Auch für den Wirtschaftsstandort Österreich stellt sich heute mehr denn je die Frage, in welche Richtung es gehen soll. Wir sind als Land weder ein nennenswerter Produktionsstandort, noch sind wir für herausragende Technologie bekannt.

Doch hier kommt das Konzept von Industrie 4.0 ins Spiel: Die 4. Industrielle Revolution („Industrie 4.0“) ist gekennzeichnet von der Digitalisierung der Prozesse und von der immer stärker fortschreitenden Vernetzung von Unternehmen, Wissen etc. Sie ist aber auch gekennzeichnet von der wachsenden Selbstbestimmung der Menschen, die sich flexibel untereinander vernetzen, Gruppen bilden und wieder auflösen, usw. Die neuen Technologien begünstigen diese Vernetzungen und (neues) Wissen, das allen zur Verfügung steht, sich sehr schnell verbreitet und sich ebenso schnell ändert.

Und bei dieser Wissensstreuung setzt Open Innovation an: Unternehmen benötigen die Expertise von Außen, da heute Lösungen oft aus anderen Geschäftsfeldern kommen oder durch kreative Prozesse, für die in traditionellen Unternehmen kein Raum war. Open Innovation bindet interne und externe Experten als ökonomische Partner ein. Diese kombinierte Innen- und Außensicht führt – nach einer anfänglichen Irritationsphase – zu Veränderungen. Damit diese Irritationen jedoch nicht das soziale Gefüge und die Unternehmenskultur unkontrolliert sprengen, müssen sie durch ein professionelles HR-Management gesteuert werden. Und damit stellt sich auch schon die Frage nach der Arbeitswelt 4.0.

Neue Konzepte sind für die Arbeitswelt 4.0 dringend notwendig, da die MitarbeiterInnen von heute und morgen andere Anforderungen stellen. Menschen sind zwar das Fundament jedes Unternehmens, gleichzeitig sind sie eines der größten Risiken wie eine Studie der HayGroup aus 2012 (*1) zeigt: In Europa engagierten sich nur 63 % der MitarbeiterInnen und lediglich 66 % davon fühlen sich motiviert genug, um mehr als die formal geforderten Leistungen zu erbringen. Mehr als 44 % hatten die Absicht, das Unternehmen innerhalb von 5 Jahren zu verlassen; 21 % sogar in weniger als 2 Jahren.

Start-ups sind die Lösung?

Einen Teil der Antwort können start-ups geben, die mit neuen Technologie- und Arbeitskonzepten bereits zukünftige Entwicklungen antizipieren, da sie – automatisch – neue Formen der Zusammenarbeit und eines Demokratisierungsprozesses unter den MitarbeiterInnen zulassen und sogar fördern. Hinzu kommt, dass sie gegenüber den arrivierten Unternehmen den Vorteil haben, dass sie über schlanke Strukturen und kurze Entscheidungswege verfügen. Sie ähneln Schnellbooten, die rasch auf Änderungen reagieren können. Eine Kooperation mit Start Ups wird aber nur gelingen, wenn auf beiden Seiten ein Verständnis für die kulturellen Unterschiede besteht und diese auch aktiv gemanagt werden. Denn in der Praxis scheitert die Zusammenarbeit nämlich nicht am (technischen) Inhalt, sondern an der Kooperationsfähigkeit bzw. dem Verständnis auf beiden Seiten.

Neue Formen der Kooperationen als Basis für Innovationen sind nur dann erfolgreich, wenn das Gegenüber möglichst unterschiedlich zum eigenen Mindset ist, dh. unterschiedliche Kulturen oder Denkweisen sind gute Voraussetzungen für Innovationen, da sich dadurch neue Perspektiven bieten. Doch um dieses Potenzial zu nutzen, erfordert es in den Unternehmen besonderer Fähigkeiten: Empathie, Verständnis, positive Affektivität, Querdenken, etc. sind nur ein paar Faktoren, die nützlich sind. Zusammengefasst unter dem Begriff „Kooperationsfähigkeit“ ist dies eine Schlüsselkompetenz, über die nicht nur MitarbeiterInnen verfügen müssen, sondern vor allem Führungskräfte.

Kooperation als Schlüsselkompetenz

Kooperation ist eine „Form gesellschaftlicher Zusammenarbeit zwischen Personen, Gruppen oder Institutionen“, wobei es unterschiedliche strukturelle Bedingungen für Organisationen (zB: Unternehmenskultur, Form der Führung) und Personen (zB: Werte, Persönlichkeitsmerkmale, Sozialisierung) gibt, damit Kooperation überhaupt erst möglich wird; Voraussetzung sind faire Bedingungen, dh es muss Gegenseitigkeit bzw. Reziprozität gegeben sein. (*2)

Innovation bedingt nun Kooperation nach Außen (z.B. mit anderen Unternehmen, Start Ups oder Forschungseinrichtungen – [„cross-innovation“]) und nach Innen (Vernetzung der eigenen MitarbeiterInnen). Die Bereitschaft zu letzterem ist aber in den vergangenen Jahren oft verloren gegangen, da die Voraussetzung der Gegenseitigkeit und des Vertrauen nicht mehr gegeben waren. Und damit sind wir bei der Frage der Unternehmenskultur: Ist es eine Kultur der Angst und der Abgrenzung oder ist es eine Kultur der Offenheit und des Vertrauens?

Erschwerend kommt hinzu, dass die Industrie 4.0 stark von Männern getrieben ist, obwohl es gerade die Frauen sind, die einen kooperativen Arbeitsstil prägen. Für eine Veränderung der Unternehmenskultur ist daher auch die aktive Partizipation von Frauen – auch auf Entscheidungsebenen – eine conditio sine qua non. Diese kann selbst in Krisenjahren einen Unterschied machen: eine Analyse von weltweit 180 Unternehmen hat ergeben, dass Unternehmen mit der höchsten Vorstands-Diversität „zwischen 2008 und 2010 53% mehr ROE und eine um 14% höhere EBIT-Marge, verglichen mit den wenig diversen Firmen“ erzielten (McKinsey, Vielfalt siegt! Warum diverse Unternehmen mehr leisten; November 2011).

Kooperation in der Praxis betrifft immer die Zusammenarbeit zwischen unterschiedlichen, heterogenen Individuen. Zwischen Menschen mit unterschiedlichem Geschlecht, unterschiedlicher sozialer Herkunft, unterschiedlicher Ethnie, unterschiedlichem Glauben etc. Bei jeder einzelnen Person müssen die Bedürfnisse ernst genommen und gefragt werden, „was kann sie am Besten“ und nicht: „was kann sie nicht“; Arbeitsbedingungen müssen differenziert betrachtet werden, damit Zufriedenheit entsteht, denn nur daraus entsteht Vertrauen, das wiederum zu Loyalität und weiter zu Bindung an das Unternehmen führt. (*3)

Eine heterogene Gruppe an MitarbeiterInnen lebt von unterschiedlichen Erfahrungen, Sichtweisen und dem Zulassen von Neuem auf allen Ebenen – und damit haben Unternehmen die Möglichkeit, sich für neue Perspektiven (= neuen Profit) zu öffnen. Der fruchtbare Boden für Innovation ist die Vielfalt und Begeisterung der eigenen MitarbeiterInnen. Die kreativsten Mitarbeiter sind wertlos, wenn sie aufgrund des vorherrschenden Unternehmensklimas schon längst verstummt sind und ihre Ideen nicht mehr äußern.

In der Kurzzeittherapie wird gerne mit der Wunderfrage von Steve de Shazer gearbeitet. Vielleicht ist es an der Zeit, dass sich auch Unternehmen diese Frage in Bezug auf Kooperation stellen. Das klare Bild der Lösung und einer erfolgreichen Zukunft machen den Weg dorthin sichtbarer. Denn Kooperation kommt nur zustande, „wenn einer Gruppe ihre eigene Zukunft ‚am Herzen liegt‘“, da sich nur dann die Gruppe zum Team entwickelt, wobei jedes Mitglied „ein hohes Maß an Vertrauen und Zuversicht in die Fähigkeiten der übrigen Teammitglieder setzen können [muss]; andernfalls wird das Team in miteinander konkurrierende Fraktionen zerfallen und als Team nichts zustande bringen“(*4). Klingt letzteres nicht nach dem Ist-Zustand in vielen Unternehmen?

Es geht also nicht um die Frage, ob große Unternehmen oder start-ups die besseren Lösungen haben. Oder ob Männer oder Frauen einen Job besser erledigen. Sondern ist geht um nichts weniger als eine neue Form der Zusammenarbeit. Setzt Europa mit all seiner jahrhundertelangen Erfahrung noch immer auf Konkurrenz und Kampf oder haben wir uns als Gesellschaft so entwickelt, dass wir nachhaltige Kooperation umsetzen können, die allen Beteiligten zum Vorteil gereicht?

Durch Kooperation zum Erfolg

 

Mag.a Birgitta Winkler LL.M.
BFC Expertin, Psychologische Beraterin & Unternehmensberaterin (*5)

 

Durch Kooperation zum Erfolg


Mag. Werner Wutscher MPA

CEO New Venture Scouting (*6)

 

 


 

*1 Depressed employee engagement stunts global business performance, HayGroup, 2012.
*2 Quelle: Dorsch Lexikon der Psychologie; https://portal.hogrefe.com/dorsch/kooperation
*3 Migration als Ressource, Beatrice Achaleke im Gespräch mit Rosalia Kopeinig; in: Migration zusammen leben, 2014.
*4 Steve de Shazer, Wege der erfolgreichen Kurzzeittherapie
*5 Mag.a Birgitta Winkler LL.M. ist als psychologische Beraterin und Unternehmensberaterin selbständig tätig. Sie ist Expertin für internationales  Arbeitsrecht und HR­Management.
*6 Mag. Werner Wutscher MPA ist Gründer von New Venture Scouting. Als Business Angel verbindet er start­ups mit etablierten Unternehmen  schwerpunktmäßig im Bereich Nachhaltigkeit und greentech. Er ist Vorstandsmitglied von respACT und hält zahlreiche Aufsichtsratsfunktionen in  Österreich und Mumbai

Frauen in den Aufsichtsrat!?

Mit oder ohne Quote?

Der Tenor unter vielen österreichischen Entscheidungsträgern und -trägerinnen ist klar gegen die Quote.

…Warum sollte man den Unternehmen vorschreiben wer in den Aufsichtsräten zu sitzen hat? Das wird sich schon von selbst ergeben… Es bekommt doch der- oder diejenige den Platz, der der Beste für den Posten ist. Außerdem – mehr Frauen im Aufsichtsrat verbessern das Unternehmensergebnis doch nicht allein auf Grund ihres Geschlechtes… Oder?

 

Fakt ist: Im Moment befinden sich in den österreichischen Aufsichts- und Verwaltungsräten nur rund 16 % Frauen. Laut den Ergebnissen der EU Kommission befinden wir uns mit einem EU Durchschnitt von 20% im unteren EU Feld. Im Frauen.Management.Report.2015 der AK Wien wird klar gezeigt, dass Frauen an der Unternehmensspitze konstant unterrepräsentiert sind. Vorstandspositionen der Top 200 und börsennotierten Unternehmen in Österreich sind fast ausschließlich in Männerhand.

 

Wird sich dieser Schnitt von alleine heben? Wenn, dann nur im „Schnecken-Tempo“. Mikael Gustafsson, Vorsitzender des Frauenrechtsausschusses im EU Parlament sagt dazu: „Heute haben wir eine informelle Männerquote. Männer ernennen Männer, die dann wieder Männer als Nachfolger suchen.“ So wird es kaum von selbst zu einem Ausgleich kommen.

 

2013 stimmte das Europäische Parlament mehrheitlich für eine verpflichtende Quote von 40% in den Führungsebenen der großen Unternehmen. In Österreich ist der Frauenanteil in den Aufsichtsratsgremien durch öffentliche Diskussionen und Druck in den letzten Jahren  leicht gestiegen: von 2006 bis 2015 von 8 auf 16 Prozent. Große Schritte hat es aber in Europa nur in den Ländern gegeben, die eine gesetzliche Quote festgelegt und ein Nicht-Einhalten sanktioniert haben. Frankreich, Lettland, Norwegen und Island, haben es nur auf Grund dessen auf die ersten Plätze beim Frauenanteil in Aufsichts- und Verwaltungsräten geschafft. Warum aber das Ganze??

Macht eine Frauenquote den Aufsichtsrat tatsächlich besser?

Die Antwort ist: „JA!“

Erfahrungswerte zeigen, dass gemischte Teams zu besseren Ergebnissen und Entscheidungen kommen. Der Unternehmenserfolg wird gesteigert und das wirtschaftliche Risiko wird verkleinert. Das Prinzip, welches dahinter steckt, nennt sich kollektive Intelligenz. Kollektive Intelligenz beschreibt das Phänomen, dass eine gemeinschaftliche Entscheidung und das Wissen vieler zu einem besseren Ergebnis führen, als das Wissen von einzelnen. Es funktioniert aber nur dann, wenn die zusammengestellte Gruppe möglichst heterogen ist. Je verschiedener die Zusammenstellung, desto mehr Blickwinkel und Lösungsansätze und desto besser das Ergebnis.

 

In Österreich ändert sich das Bewusstsein dahingehend schon langsam und es eröffnen sich große Chancen für Frauen, so Lydia Ninz, Sprecherin des Aufsichtsrat-Forums Inara. Ein großes Problem dabei ist, dass nach dem Motto „Wen kenne ich“ besetzt wird. Anstatt systematisch oder mit der Hilfe von Headhuntern nach den passenden Frauen zu suchen, wird den wenigen prominenten Aufsichtsrats-Frauen immer weitere Posten angeboten. Ebenfalls problematisch ist die unterschiedliche Einstellung zu Aufsichtsratsposten von Männer und Frauen. In einem Kurierinterview sagt Ex-AUA Vorstand und Chef des Headhunters Neumann & Partner, Peter Malanik, dass aus seiner Erfahrung Männer Aufsichtsratsposten sehr schnell, aus Prestigegründen annehmen. Frauen hingegen viel zaghafter sind und vor einer Zusage ihre Qualifikationen und Rolle ganz genau hinterfragen.

Mag.a Sarah Themessl

 

Was sagen Sie dazu?

  • Sollen mehr Frauen in die österreichischen Aufsichtsratsgremien?
  • Sollte man dabei auf eine langsame selbstständige Entwicklung warten oder einen Umbruch erzwingen?
  • Und wie viel Glücksspiel steckt überhaupt dahinter als Frau einen Aufsichtsratsposten angeboten zu bekommen?

 


Die nächste BFC Veranstaltung dazu

„GLÜCKSSPIEL AUFSICHTSRAT“

9. November 2015, 18.00 Uhr
Alle Infos und die Anmeldemöglichkeit dazu finden Sie hier.


Die Referentinnen:

Frauen in den Aufsichtsrat!?  Mit oder ohne Quote?

Prof. Dr.in Susanne Kalss
Universitätsprofessorin am Institut für
Zivil- und Unternehmensrecht

Frauen in den Aufsichtsrat!?  Mit oder ohne Quote?

Mag.a Bettina Glatz-Kremsner
Vorstandsdirektorin Casinos Austria AG und
Österreichischen Lotterien GmbH

 

Was ist Employer Branding?

Man hört es überall, jeder will es, braucht es oder hat es und dennoch wissen nur wenige Unternehmen was wirklich dahinter steckt – die Employer Brand – oder zu Deutsch die Arbeitgebermarke. Die Diskussion darüber einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil durch den Faktor Mensch zu erlangen ist in den letzten Jahren mit dem Trendthema Employer Branding wieder neu entfacht. Immer mehr Organisationen werden dazu gezwungen eine Arbeitgebermarke in ihrer Unternehmensstrategie zu verankern, um in einem komplexen und dynamischen Umfeld erfolgreich zu sein.

Die Gründe dafür sind vielfältig. Probleme innerhalb der Organisationen wie beispielsweise mangelnde Arbeitgeberattraktivität oder organisationale Entwicklungen wie Expansionen oder Fusionen erhöhen den Druck nach einer eigenen Arbeitgebermarke. Aber auch Umfeldentwicklungen wie beispielsweise steigender Konkurrenzdruck in einer Branche oder ein Mangel an hoch qualifizierten Führungskräften verschärfen die Situation zusätzlich. Diese Entwicklungen in Kombination mit einem ressourcenorientierten Managementansatz tragen dazu bei, dass das Konzept des Arbeitgebermarketings immer mehr an Bedeutung gewinnt. Aber was genau ist nun eine Arbeitgebermarke?

 

Basierend auf einer umfassenden wissenschaftlichen Untersuchung kann die Arbeitgebermarke wie folgt definiert werden[1]: Eine Arbeitgebermarke ist das immaterielle Vermögen einer Organisation, welches ihre arbeitgeberspezifischen Charakteristiken reflektiert. Durch die Kommunikation spezifischer Marken-versprechen gegenüber bestehenden und potentiellen Mitarbeitern, unterstützt die Arbeitgebermarke eine attraktive und einzigartige WahrnehWas ist Employer Branding?mung der Organisation als Arbeitgeber. Das garantiert eine Differenzierung der Organisation am Arbeitsmarkt um ausgezeichnete Mitarbeiter anzusprechen, zu motivieren und an die Organisation zu binden.

Arbeitgebermarketing kann demnach als ein umfassendes Managementkonzept definiert werden, welches alle Aktivitäten und Maßnahmen eines (potentiellen) Arbeitgebers beinhaltet, welche für den Aufbau und die Entwicklung einer einzigartigen, authentischen und nachhaltigen Arbeitgebermarke erforderlich sind.

 

Detaillierte Informationen zum Thema, den Treibern, Zielgruppen und Messmethoden einer Arbeitgebermarke finden Sie in dem Buch:

How to Manage and Measure Employer Branding: An Empirical Investigation of the Perspectives of Organizations and Target Groups on Employer Branding von Dr. Simone Kainz.


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MMag.a Dr.in Simone Kainz (BFC Expertin)
Unternehmensberaterin – Dozentin – Trainerin,
WeitWinkel Consulting

 

 


[1] Definition siehe Kainz (2015), Employer Branding, S. 37.

Kaum Frauen im Vorstand börsennotierter Unternehmen in Österreich!

EY Mixed Leadership Barometer Österreich:
Kaum Frauen in Vorständen börsennotierter Unternehmen in Österreich

 

Frauen muss man in Österreichs Vorstandsetagen weiterhin mit der Lupe suchen. Obwohl sich viele Unternehmen mittlerweile merkbar darum bemühen, mehr Frauen an die Spitze zu bringen, hat sich der gewünschte Erfolg noch nicht eingestellt. In fast 90 Prozent der Chefetagen findet sich keine einzige Frau. Das Argument, dass Gleichstellung heutzutage ohnehin selbstverständlich sei, ist mit diesen Ergebnissen eindeutig wiederlegt. Der Aufholbedarf ist immer noch massiv.

 

Derzeit ist nur bei zwei von 69 im Wiener Börse Index gelisteten Unternehmen – der BKS Bank AG und dem Kräuterlikörhersteller Gurktaler AG – eine Frau CEO. Die meisten weiblichen Vorstandsmitglieder – nämlich vier – verantworten als Chief Financial Officer das Ressort Finanzen. Zwei Frauen sind für den Bereich Operatives zuständig. Es ist ein positives Signal, dass sich Frauen in allen Vorstandsbereichen etabliert haben. Es gibt keine Aufteilung nach klassischen männlichen und weiblichen Ressorts mehr.

Frauen fehlen im Vorstand börsennotierter Unternehmen in Österreich!

 

Dabei weisen Unternehmen, die sich besonders stark für Gleichberechtigung engagieren, deutlich bessere Performances auf. So zeigte sich eindeutig eine positive Korrelation zwischen Unternehmenserfolg und Intensität der Frauenförderung: „High Performers“ – also Unternehmen, die im letzten Jahr ein mehr als 20-prozentiges Wachstum verzeichnen – engagieren sich in allen relevanten Bereichen deutlich stärker als „Moderate Performers“ (bis zu 20-prozentiges Wachstum) und vor allem „Low Performers“ (kein Wachstum).

 

In Aufsichtsräten ist die Situation etwas besser als in Vorstandsetagen, auch wenn man noch lange nicht von einer ausgeglichen Zusammensetzung sprechen kann. Unternehmen suchen mittlerweile aktiv nach weiblichen Aufsichtsräten. In diesem Bereich passiert momentan viel und es eröffnen sich neue Chancen für Frauen. Von insgesamt 612 Aufsichtsratsmitgliedern sind 100 Frauen – das entspricht einem Anteil von 16 Prozent. In zwei von drei Unternehmen (65%) ist mindestens eine Frau im Aufsichtsrat vertreten.

 

Gemischtgeschlechtliche Führungsteams sind nachweislich erfolgreicher. Was für die Leitung eines Unternehmens gilt, trifft auch auf alle anderen Ebenen zu: Teams, die sich aus Männern und Frauen, unterschiedlichen Nationalitäten, älteren und jüngeren Mitarbeitern zusammensetzen, arbeiten kreativer als homogene Einheiten. Innovation und Vielfalt gehören zusammen. Das erkennen auch immer mehr Unternehmen.

 


Die gesamte brandaktuelle Studie von Ernst & Young finden Sie hier:
Mixed Leadership Barometer – Österreich
Anteil weiblicher Mitglieder in Vorständen und Aufsichtsräten
der im Wiener Börse Index (WBI) gelisteten Unternehmen


Kaum Frauen im Vorstand börsennotierter Unternehmen in Österreich!

 

Mag.a Kristina Webernig (BFC Netzwerkerin)
Wirtschaftsprüferin und Steuerberaterin,
Ernst & Young Wirtschaftsprüfungsgesellschaft m.b.H.

Warum Kärnten die TopVoraussetzungen für Jungunternehmerinnen bietet?

EPU vs. Angestellte?

November 2013: Jasmin Neuhauser, die unscheinbare Präventions- und Gesundheitsmanagerin NEU in Kärnten. Wie macht man sich hier einen Namen und vor allem, wie schaffe ich es in Klagenfurt ein Momentum für Empfehlungen zu erzeugen, so dass aus „Jasmin Neuhauser“ eine bewegte Community bis hin zu einem großen Bewegungs-Netzwerk entsteht. Zugegeben, die ersten Wochen war ich noch etwas hin & her gerissen und auch mindestens zweimal beim AMS zu besuch, um zu schauen, was der Arbeitsmarkt hergibt. Natürlich hätte mich da die ein oder andere Stelle angelacht. Im Gesundheitssektor und im Zusammenhang des Tourismus gibt es am wunderschönen Wörthersee ja schließlich keinen Mangel. Lange Rede, kurzer Sinn, ich habe mich schlussendlich gegen das für mich wahrscheinlich viel zu „bequeme“ Angestelltenverhältnis entschieden und direkt selbst das Ruder in die Hand genommen, um langfristig auch dort zu landen, wo meine Träume mich hin ziehen.

Sicher ist ein Schiff nur im Hafen – aber dafür sind Schiffe nicht gebaut. 
– John A.Shedd

Schon in Deutschland bin ich aus dem Angestelltendasein ausgebrochen und lebte in dem Luxus der Weiterempfehlung. Mein ganzes Herzblut steckte ich in die Organisation und Durchführung von Gesundheitstagen in Klein- & Mittelbetrieben, bewegte Minipausen, wie auch in Ernährungsprojekte an Schulen und Kindergärten. Der Ausgleich war meine Bewegungseinheit „BarreConcept“ im eigenen Bewegungsraum. Nachdem ich schon Mitglied beim SAW – Sport am Wörthersee war, bevor ich noch meinen Wohnsitz vollständig angemeldet hatte und die Vielfalt des Landes und  der Region entdeckte, wurde mir sehr schnell klar:

Wer fertig ist, dem ist nichts recht zu machen.
Ein Werdender wird immer dankbar sein.

– Johann Wolfgang von Goethe.

Was ich in Deutschland schon einmal gemeistert habe, muss auch in Kärnten möglich sein. Außerdem war mein größter Ansporn die Menschen, die dich anlächeln und sagen: „Das schaffst du nie“, „Und davon kann man leben?!“, „Oh je und das in little Kärnten…“ Ich liebe es gegen den Strom zu schwimmen und tgl. der oft zu negativ eingestellten Welt zu zeigen, was eben doch möglich ist!!

So kam es, dass auch einer meiner ersten Kontakte und Anlaufstelle das BFC war. Kurz gesagt: Ich war soooo fasziniert. Die Damen, die Organisation, die Unterstützung und der Umgang. Das muss man persönlich erlebt haben. Ich bin bis heute stolz, Teil dieser besonderen Gemeinschaft zu sein. Gestartet habe ich von 0 auf 100 mit einer Bewegungseinheit die bisher in Kärnten und Klagenfurt unbekannt war und nicht selten bis heute ist: „BarreConcept“. Weiter habe ich das gemacht was ich liebe – das Netzwerken. Besonders das BFC bietet hier unglaublich tolle Möglichkeiten. Weiter genieße ich bis heute die tollen Veranstaltungen der WKO, der JungenWirtschaft und ebenso einen riesen Schritt nach vorne hat mich das NewGeneration Carinthia Mentoring gebracht. Das Beste an allen Angeboten ist, zu sehen und verstehen, welch eine Fülle an wertvollen und engagierten Menschen wir in Kärnten haben. Gemeinsam neues zu schaffen und entstehen zu lassen macht große Freude. Im letzten Jahr ist durch vielseitige Unterstützung „Jasmin Neuhauser – health & lifestyle network“ entstanden. Rückblickend freue ich mich wahnsinnig für meine Klienten, welch erstaunliche Fortschritte sie bis heute gemacht haben. Unglaubliche Veränderungen – positive versteht sich! Und es geht hier nicht immer nur um die Gewichtsreduktion selbst, sondern dass wir den Schlüssel zu uns selbst finden. Das Glücklichsein meiner Klienten ist das schönste, dass sie mir und der Welt schenken können. Ich genieße wirklich jede Trainingseinheit mit ihnen, egal ob beim neuen JUMP Trend, dem Frischlufttraining im Park, BarreConcept oder dem StandUpPaddling mitten am Wörthersee. Die Nachfrage ist mittlerweile so groß, dass schon am 22. August Premiere in Faak am See – beim Bundessportzentrum und ebenfalls im Herbst eine Standorterweiterung in Friesach geplant ist. Ich glaube und hoffe, dass daher auch meine Klienten die Freude an der Bewegung und am Lifestyle in Kärnten gerne mit mir teilen.

Zusammenfassend will ich nochmal auf den Punkt kommen, warum Kärnten die TopVoraussetzungen für Jungunternehmerinnen bietet:

  • WKO mit der Fülle an einzigartigen Veranstaltungen.
  • JW mit sensationellen und besonders innovativen Angeboten für Unternehmerinnen.
  • BFC tolle exklusive Events mit Tiefgang.
  • FH empfängt Gründer mit offenen Armen und gibt wertvollen Input.
  • Stadt Klagenfurt/ Stadt Villach sind immer dankbar und offen für neues und maximale Bewegung.
  • Regionalmedien – die regelmäßige Berichterstattung ist Unterstützung pur!!
  • SPORTLY es ist mir eine Ehre „Supertrainerin“ zu sein.
  • Dachverbände & Vereine enge Verknüpfungen schaffen Mehrwert.
  • CK-Medienverlag – DANKE an die Unternehmerin des Jahres.
  • Der letzte Punkt gilt allen erfolgreichen und lieben UnternehmerInnen, welche mich direkt mit ihrer Zeit und Erfahrung unterstützen.

 

Abschließend darf ich sagen: Im November 2013 begann die beste Zeit meines Lebens und das Unglaubliche ist, sie dauert bis heute an und wird täglich noch schöner. DANKE Kärnten!! Ich liebe das Land und die Menschen und kann mir keinen schöneren Ort zum Leben, Wohnen & Arbeiten vorstellen. Urlaub hab ich ohnehin jeden Tag mindestens einmal, wenn ich entweder den Morgen mit StandUpPaddling am See starte, oder mir mittags eine Abkühlung mit einem Sprung in den See gönne. Schaffe ich es manchmal auch erst am Abend an den See ist auch nichts verloren, da selbst dann noch genug Zeit bleibt, um nach einem schönen Outdoor Training den Sonnenuntergang in vollen Zügen zu genießen. Das wahrscheinlich schönste Gefühl ist, zu sehen und spüren, wie ich vor allem auch die UR-Kärntner mit meinem Blick für die einzigartigen Momente im, am und um den Wörthersee erreiche. Mein Bewegungsfieber ist das ganze Jahr über hoch ansteckend und klingt so schnell auch nicht wieder ab. Bewegung ist Leben und ich freue mich jeden Tag, dass ich mit meinem „health & lifestyle network“ an solchen Traumkulissen wie Klagenfurt, Faak am See und Freisach trainieren und Gesundheit genießen darf!!

Nicht vergessen: Es ist immer alles möglich!!

UND DU bist nicht da, um durchschnittlich zu sein,
sondern um DU selbst zu sein

 

Jasmin Neuhauser

 

Jasmin Neuhauser(BFC Expertin)
Selbstständige Präventions- & Gesundheitsmanagerin

www.jasminneuhauser.comFacebook

Was hat Haltung mit Erfolg zu tun?

Gibt es eine „Erfolgshaltung“? Und was hat das mit mir und meiner täglichen Lebensperformance zu tun?
Ist Haltung wirklich so wichtig, dass sie hier ausgiebig besprochen werden muss? Definitiv!

Wir gehen wie selbstverständlich in Meetings und Geschäftsgespräche, kommunizieren mit Kollegen und Geschäftspartnern und wissen nicht, dass wir bereits mit dem ersten Schritt, den wir tun, uns selbst und die jeweilige Situation beeinflussen. Wir sind in der Lage, durch einen zu forschen Gang ganze Teams lahm zu legen und so Entscheidungsfindungen zu verhindern. Leider ist uns das wenig bewusst.

Die Füße sagen, wo es lang geht

Die Initialzündung geht von den Füßen aus.
Die Füße sind unser Fundament und zeigen unsere Positionierung im Leben. Deshalb ist ein guter ausbalancierter „Stand“ die Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Performance.

Wie stehe ich im Leben

Achten Sie mal bewusst darauf, wie Sie auf Ihren Füßen stehen. Stehen Sie fersenlastig, knicken Sie nach innen, außen, oder haben Sie den Schwerpunkt am Vorfuß? All dies hat eine große Auswirkung auf Sie und Ihr Leben. Ein wackeliges Fundament macht eine wackelige Persönlichkeit und raubt Ihnen somit die Konzentration, Ausstrahlung und Glaubwürdigkeit.

Wie wirken sich die Gehstile auf Emotion und Handlungsweise aus?

Hier bringe ich Ihnen ein paar Beispiele, wie sehr sich individuelle Gangstile auswirken.

Fersenlastig – sehr von sich überzeugt, wenig beweglich
Vorderfußlastig – getrieben, ehrgeizig, gestresst, atemlos, sieht Erfolge nicht
Füße knicken nach innen – wenig Selbstvertrauen, kann kein Lob annehmen, wenig Präsenz
Hin- und herwackeln – Entscheidungsschwäche, ängstlich
wenig Erdung – unsicher, leise Stimme, wenig Präsenz, ängstlich

Die Balance ist unser Urzustand, doch beginnen wir uns im Laufe des Lebens zu verbiegen. Und diese Haltungen spiegeln wieder, wie wir denken und wie wir im Leben stehen. Der Körper nimmt immer die momentane Lebenssituation ein. Das heißt konkret: Hab ich Angst, zuck ich zusammen und werde kleiner und enger, bin ich mutig, steh ich breiter. Mit der jeweiligen Haltung, die ich eingenommen habe, erhalte ich eine Suggestion, die direkt an mein Gehirn und meine Psyche geht, das heißt. der Körper reagiert auf mein Denken und die Lebensumstände. Bleib ich in der jeweiligen Haltung stecken, erhalte ich Informationen, die nicht unbedingt dem entsprechen müssen, was ich wirklich will. Wenn Sie Ihre Haltung jedoch ändern und die Fehlspannungen aus dem Körper nehmen, werden Sie freier agieren.

Erdung oder Neutrale Grundhaltung

Es gibt eine Möglichkeit, wie Sie Ihr individuelles Potenzial fördern und Ihre optimale Haltung finden können. Dabei handelt es sich nicht um eine eingelernte „Erfolgskörperhaltung“, wie es oft in Publikationen und Schulungen verkauft wird, sondern um eine gut ausbalancierte Grundhaltung, aus der man selbstbewusst und authentisch agieren kann.
Probieren Sie’s aus
Stellen Sie sich in Hüftbreite hin, die Fußspitzen zeigen gerade nach vor. Die Knie sind leicht gebeugt. Das Becken ist in Mittelstellung und der Oberkörper aufgerichtet. Drehen Sie Ihre Schultern einmal bis zu den Ohren über und lassen Sie sie dann fallen. Der Kopf ist aufgerichtet – stellen Sie sich eine unsichtbare Schnur vor, die Ihren Kopf hält. Nun sind Sie geerdet und aufgerichtet.

Das ist die ideale Basis, um neutral in Gesprächssituationen oder Verhandlungen zu gehen. Nehmen Sie diese Haltung mehrmals täglich ein, so können Sie Stress loslassen und sich jederzeit neutralisieren.

Erdung funktioniert auch im Sitzen. Achten Sie, dass Sie im vorderen Drittel des Stuhls sitzen und die Füße im rechten Winkel am Boden stellen. So sind Sie offen und können spontan reagieren.

5 Tipps – für Ihre authentische und erfolgreiche Gesprächsführung

• Erden Sie sich, bevor Sie losgehen.
• Wischen Sie sich alle negativen Befürchtungen weg.
• Flattern Sie mit den Lippen wie ein Pferd – das nimmt die Nervosität.
• Nehmen Sie die Arme während des Gehens aktiv mit – das stärkt den Mut und macht Sie sicher.
• Kommen Sie an, erden Sie sich im Stehen oder Sitzen und atmen Sie aus, bevor Sie zu sprechen beginnen..

Was hat das mit Erfolg zu tun?

Wenn Sie gut aufgerichtet, mit entspanntem Gang durch Ihr Leben gehen, wirkt sich das auf Sie und auf Ihr Gegenüber aus. Die beste Verhandlungssituation entsteht dann, wenn beide Gesprächspartner atmen können, im Hier und Jetzt sind und sich wohlfühlen. Da entsteht viel Kreatives und Neues, ganz ohne Druck.

Probieren Sie’s aus. Es wirkt garantiert.

 Latritsch-Karlbauer
Schauspielerin, Autorin, Trainerin
www.latritsch-karlbauer.com/