Kaum Frauen im Vorstand börsennotierter Unternehmen in Österreich!

EY Mixed Leadership Barometer Österreich:
Kaum Frauen in Vorständen börsennotierter Unternehmen in Österreich

 

Frauen muss man in Österreichs Vorstandsetagen weiterhin mit der Lupe suchen. Obwohl sich viele Unternehmen mittlerweile merkbar darum bemühen, mehr Frauen an die Spitze zu bringen, hat sich der gewünschte Erfolg noch nicht eingestellt. In fast 90 Prozent der Chefetagen findet sich keine einzige Frau. Das Argument, dass Gleichstellung heutzutage ohnehin selbstverständlich sei, ist mit diesen Ergebnissen eindeutig wiederlegt. Der Aufholbedarf ist immer noch massiv.

 

Derzeit ist nur bei zwei von 69 im Wiener Börse Index gelisteten Unternehmen – der BKS Bank AG und dem Kräuterlikörhersteller Gurktaler AG – eine Frau CEO. Die meisten weiblichen Vorstandsmitglieder – nämlich vier – verantworten als Chief Financial Officer das Ressort Finanzen. Zwei Frauen sind für den Bereich Operatives zuständig. Es ist ein positives Signal, dass sich Frauen in allen Vorstandsbereichen etabliert haben. Es gibt keine Aufteilung nach klassischen männlichen und weiblichen Ressorts mehr.

Kernergebnisse Studie EY

 

Dabei weisen Unternehmen, die sich besonders stark für Gleichberechtigung engagieren, deutlich bessere Performances auf. So zeigte sich eindeutig eine positive Korrelation zwischen Unternehmenserfolg und Intensität der Frauenförderung: „High Performers“ – also Unternehmen, die im letzten Jahr ein mehr als 20-prozentiges Wachstum verzeichnen – engagieren sich in allen relevanten Bereichen deutlich stärker als „Moderate Performers“ (bis zu 20-prozentiges Wachstum) und vor allem „Low Performers“ (kein Wachstum).

 

In Aufsichtsräten ist die Situation etwas besser als in Vorstandsetagen, auch wenn man noch lange nicht von einer ausgeglichen Zusammensetzung sprechen kann. Unternehmen suchen mittlerweile aktiv nach weiblichen Aufsichtsräten. In diesem Bereich passiert momentan viel und es eröffnen sich neue Chancen für Frauen. Von insgesamt 612 Aufsichtsratsmitgliedern sind 100 Frauen – das entspricht einem Anteil von 16 Prozent. In zwei von drei Unternehmen (65%) ist mindestens eine Frau im Aufsichtsrat vertreten.

 

Gemischtgeschlechtliche Führungsteams sind nachweislich erfolgreicher. Was für die Leitung eines Unternehmens gilt, trifft auch auf alle anderen Ebenen zu: Teams, die sich aus Männern und Frauen, unterschiedlichen Nationalitäten, älteren und jüngeren Mitarbeitern zusammensetzen, arbeiten kreativer als homogene Einheiten. Innovation und Vielfalt gehören zusammen. Das erkennen auch immer mehr Unternehmen.

 


Die gesamte brandaktuelle Studie von Ernst & Young finden Sie hier:
Mixed Leadership Barometer – Österreich
Anteil weiblicher Mitglieder in Vorständen und Aufsichtsräten
der im Wiener Börse Index (WBI) gelisteten Unternehmen


Webernig

 

Mag.a Kristina Webernig (BFC Netzwerkerin)
Wirtschaftsprüferin und Steuerberaterin,
Ernst & Young Wirtschaftsprüfungsgesellschaft m.b.H.

0 Kommentare

Dein Kommentar

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*