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Reise des Lebens: Über das Tagebuch-Schreiben

Reise des Lebens: Über das Tagebuch-Schreiben

12.000 Tage und noch ein paar mehr mein eigener Storyteller

Eigentlich sollte ich nach dieser Headline, wie vermutlich erwartet, eine professionelle Anleitung zum Tagebuchschreiben liefern. Verzeihen Sie! Ich mache es nicht, da es aus meiner Sicht so eine gar nicht gibt. Denn es geht hierbei um eine zutiefst persönliche Angelegenheit, die sich in keine Schablone zwängen lässt. Ist dieses Zwiegespräch mit sich selbst einmal zur Herzenssache geworden, funktioniert es ohnehin ganz von allein. Das ist meine Erfahrung – sie ist nun stolze 33 Jahre alt.

Wie alles begann

„Viel Schlaf!“ lautete meine müde Premieren-Eintragung am Neujahrstag des Jahres 1988. Und sie stand noch dazu in einem optisch zweifelhaften Kalender – ein gutgemeintes Werbegeschenk. Wie die Silvesternacht zuvor verlaufen war, an das kann ich mich nicht mehr erinnern. Ich werde es wahrscheinlich auch nie mehr erkunden können, vielleicht auch ganz gut so. Seit diesem Zeitpunkt jedenfalls ist die Reise meines Lebens auf Papier festgehalten – Tag für Tag und fast immer ausgeschlafen! Zugegeben auf Tag eins folgte noch der Vermerk „Vormittag langer Schlaf“ am Tag drei. Der Rutsch ins Neue Jahr muss also wirklich anstrengend gewesen sein – aber Schritt für Schritt wurden die Notizen in den Tagesspalten des guten alten Kalenders ausführlicher, munterer und gehaltvoller. Ohne dass ich es bewusst vorhatte, schrieb ich wie selbstverständlich täglich weiter. Mit Jahresmitte trat ich meinen Dienst bei der Österreich Werbung an und wusste bald meine Intuition zu deuten. Reisen, viel unterwegs sein, ständig neue Impulse, viele Begegnungen, Eindrücke und Erlebnisse boten immer mehr Schreibstoff und forderten zumindest am Papier ihre Ordnung ein.

Das Papier

Der Werbekalender wurde mit dem nächsten Jahreswechsel gegen ein würdigeres Format eingetauscht, den „Tebe Ideal Luxus-Chefkalender“. Ideal für mich nicht des Namens wegen (nein!), sondern weil er mir für jeden Tag eine ganze leere Seite bietet und weitere wertvolle Nützlichkeiten in puncto Übersicht. Ich bleibe ihm nun – resistent gegen alle möglichen virtuellen Versuchungen –  bereits seit 33 Jahresausgaben aus voller Überzeugung treu. Einzig die Farbe wechsle ich ab und zu. Jährlich bereits im Frühherbst fragt der nette Mitarbeiter des Schreibwarengeschäftes meines Vertrauens bei mir nach, für welche Optik des Ledereinbandes (dieser Luxus ist wahrlich berechtigt!) ich mich diesmal entschieden habe. Ein Ritual, das mich jedes Jahr aufs Neue in Rührung versetzt und meinem Tagebuchkauf die persönliche Wertigkeit verleiht, die ein anderer vielleicht seinem Autokauf zuschreiben würde.

Dokumentation, Reflexion, Von-der-Seele-Schreiben, Demut

Warum schreibe ich nun täglich seit über 12.000 Tagen in mein lederverkleidetes Buch? Aus vier Gründen: Ganz oben auf der Liste steht die Dokumentation. Ich finde es einfach wunderbar, nicht zuletzt in Zeiten angehender Vergesslichkeit, mein Leben aufgezeichnet zu wissen, wann ich wo war, was ich erlebt habe, welche Begegnungen ich mit welchen Menschen wann hatte. Ich liebe es, meine persönlichen Jahresstatistiken aufgrund meiner Notizen zu machen. Wie oft war ich mit meiner (nun leider verstorbenen) Hündin Bertha joggen? Über 2050 Mal entlang des Forstsees – unvergessliche gemeinsame Stunden! Wie oft war ich im Wörthersee schwimmen, wie oft in Wien in welchem Theater, wie oft mit den Gästen meines Reiseunternehmens TLS Reisekultur www.tlsreisekultur.at in Venedig, welche Bücher habe ich gelesen und und und. Allein durch das Niederschreiben habe ich das Gefühl, dass sich das alles in irgendeiner Weise manifestiert und erst so wirklich abgeschlossen ist. Vor allem aber wird es durchs Nachlesen wieder in wertvolle Erinnerung gerufen. Und nicht nur das! Es ist auch höchst spannend, sich selbst zeitversetzt zu lesen und dabei seinen eigenen Wandel in Bezug auf Prioritäten, Ansichten, Einstellungen, Handschrift etc. zu beobachten.

Ein zweiter für mich bedeutender Anreiz, Tagebuch zu schreiben, ist die tägliche Übung der Reflexion. Als munterer Morgenmensch schreibe ich beim Frühstückskaffee meine Notizen zum Vortag. Da bin ich gezwungen, die Geschehnisse noch einmal Revue passieren zu lassen, zu reflektieren, zu überlegen, was gut und weniger gut war. Mit dieser bewussten Analyse habe ich die Chance, auch nützliche Lehren zu ziehen, mich zu loben oder zu tadeln. Und diese Überlegungen wirken auch oft wie ein Ideengenerator für Neues, für Kreatives.

Und natürlich gibt es noch einen gewichtigen Grund, zur persönlichen Feder zu greifen. Ich kann mir damit einfach von der Seele schreiben. Ob Leid, ob Freud! Boxsack, Klagemauer, Beichtstuhl, Schwester, Freundin, Psychotherapeut – ein Tagebuch ist multifunktional

Über die Jahre kristallisierte sich für mich noch ein weiteres Bedürfnis heraus, dem ich im ständigen Zwiegespräch mit mir selbst ganz gut nachkommen kann: dem bewussten Danken. Täglich gilt es drei „Dinge“ niederzuschreiben, für die ich dankbar bin. Und schon fühle ich mich wieder ein Stück zufriedener – nach dieser Übung der Demut.

Lebensbegleiter

Zu schreiben gibt es für mich immer viel – ob auf meinen zahlreichen Reisen, im ganz normalen Alltag oder im Lockdown. Einmal über jenes, das von außen einströmt, einmal über jenes, das von innen kommt und auf Papier festgehalten werden will. Rund 4000 Schreibstunden habe ich bis jetzt meinem eigenen Leben und mir ganz persönlich gewidmet. Das Tagebuch ist zu meinem treuen und engst vertrauten Begleiter, nicht nur auf meinen Reisen durch die Welt, sondern auf meiner Reise durch das ganze Leben geworden, das Schreiben zu einem unverzichtbaren Ritual – mindestens auf Stufe des Zähneputzens. Und um die positive Wirkung von Ritualen weiß man ja.

Gerade jetzt bewegen wir uns in Zeiten, in denen selbstverständliche Gewohnheiten, darunter jene mit rituellem Charakter, plötzlich nicht mehr selbstverständlich sind. Warum sich nicht auf Neues einlassen, was möglich und erlaubt ist? Wie wäre es mit Tagebuch-Schreiben? In welcher Form, in welcher Intensität und in welcher Absicht auch immer. Denn sein eigener Storyteller zu sein, das hat etwas. Besonders auch mit der Perspektive auf zumindest einen sehr interessierten Zuhörer, respektive Leser – den Protagonisten selbst. Und die Story wird sicher gut. Denn: Das Leben schreibt eben die besten Geschichten!

Mag.a Regina Rauch-Krainer, MAS
TLS Reisekultur GmbH

 

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Lösungsorientiert für die Klienten im Einsatz

Lösungsorientiert für die Klienten im Einsatz

„Der Besuch beim Anwalt ist wie der Besuch beim Zahnarzt. Ich bin froh, wenn ich das nicht brauche“. Diesen Satz hörte ich bei Rechtsberatungen immer wieder. Der Besuch beim Anwalt hat für Personen immer wieder einen negativen Beigeschmack und wird als unangenehm empfunden.

Diese Ansichten sind überholt und entsprechen nicht mehr dem modernen Rollenbild des Anwalts. Aufgabe des Rechtsanwalts soll es sein, nicht die Probleme in den Vordergrund zu stellen, sondern Lösungskompetenz zu beweisen und dem Mandanten Möglichkeiten aufzuzeigen, sein Recht bestens durchzusetzen. Dazu gehört insbesondere, vorliegende Sachverhalte rechtlich zu analysieren und festzustellen, ob bei Streitigkeiten eine einvernehmliche, außergerichtliche Lösung noch möglich ist oder gerichtliche Hilfe in Anspruch genommen werden muss. Auch gehört es zu den wesentlichen Aufgaben des Anwalts, dem Klienten offen zu kommunizieren, wenn rechtliche Schritte nicht erfolgversprechend sind.

Bei Streitigkeiten setze ich mich mit vollem Engagement für meine Mandanten ein, erkläre aber auch offen, wenn Rechtsansichten unrichtig oder Erfolgsaussichten gering sind. Meist ist auch der wirtschaftliche Zugang zu beachten und zu prüfen, ob im Sinne einer „Kosten-Nutzen-Rechnung“ eine gerichtliche Verfolgung des Anspruchs zielführend ist oder nicht doch allenfalls die Durchführung einer Mediation zu einer rascheren Lösung führt, die auch den Wünschen des Mandanten entspricht.

Insbesondere bei Vertretungen von Unternehmen ist der „Kosten-Nutzen-Faktor“ wesentlich, um zu beurteilen, welche rechtlichen Schritte man setzt. Immerhin kann auch eine schlussendlich zwar erfolgreiche, aber jahrelange gerichtliche Auseinandersetzung den gewünschten Erfolg, beispielsweise eine Zahlung nicht garantieren, insbesondere wenn die gegnerische Partei insolvent wird.

Zu beobachten ist, dass die Frage, welchen Aufwand man betreiben muss, um zu seinem Recht zu kommen, in familienrechtlichen Auseinandersetzungen meist völlig untergeht. Hier wird nicht nur der pekuniäre Kostenfaktor unberücksichtigt gelassen, sondern werden Streitigkeiten zwischen Eltern oder Ehegatten meistens am Rücken derer ausgetragen, die es eigentlich zu schützen gilt, der Kinder. Besonders in jenen Bereichen, in denen die Eltern emotional noch in der Trennungsphase verhaftet und andere, als sachliche Argumente bedeutsam sind, ist die Beiziehung eines Rechtsanwalts von wesentlicher Bedeutung. Gerade in diesen sensiblen familiären Rechtsstreitigkeiten gilt es, Lösungen zu finden, um auch nach Abschluss eines allfälligen Gerichtsverfahrens die Begegnung der Eltern auf Augenhöhe und Gespräche miteinander zu ermöglichen. Leider gibt es aber gerade auch in diesem sensiblen Lebensabschnitt Standeskollegen/-innen, die ohne Rücksicht auf Verluste prozessieren und zum Schluss nur gegenseitige Anschuldigungen/Verletzungen übrig bleiben. Eine Akzeptanz zwischen den Eltern ist in derartigen Fällen nur mehr schwer möglich.

Bereits in meinen ersten Jahren als Anwältin erkannte ich, dass zahlreiche Streitigkeiten vor Gericht auf Missverständnisse zwischen Parteien zurückzuführen waren, die nicht aufgetreten wären, hätte man beispielsweise vor Vertragsabschluss über diese Punkte gesprochen. Es war mir daher ein Anliegen, mich im Bereich der Vertragsgestaltung weiterzubilden und beschloss ich in den Jahren 2017/2018 berufsbegleitend ein postgraduate Studium an der Universität Krems zu absolvieren. Seit meinem ausgezeichneten Abschluss konnte ich bei der Vertragserrichtung zwischen Parteien bereits oftmals Punkte aufzeigen, die niemand beachtet hatte und die möglicherweise in der Abwicklung des Vertrages zu Unstimmigkeiten geführt hätten. Man wird als Vertragserrichter niemals alle Eventualitäten berücksichtigen können. Wer hätte vor zwei Jahren bei Erstellung eines Mietvertrages daran gedacht, dass wir mit einer Pandemie konfrontiert sein werden? Dennoch sollte es das Ziel sein, allenfalls bereits getroffene, unklare Regelungen zwischen den Vertragsparteien aufzuzeigen und Lösungsvorschläge anzubieten.

Der Besuch beim Anwalt kann nur dann unangenehm sein, wenn man zu spät rechtliche Beratung in Anspruch nimmt. Erkennt man jedoch früh genug die Notwendigkeit, einen Rechtsbeistand beratend beizuziehen, können viele – auch kostenintensive Streitigkeiten – verhindert werden. Dies gilt sowohl für die allgemeine Vertragserstellung (beispielsweise beim Bau eines Hauses oder bei Abschluss eines Mietvertrages), als auch besonders im familiären Bereich (Errichtung von Partnerschafts- oder Eheverträgen).

Mit vollem Engagement und Ehrlichkeit für meine Mandanten da zu sein, ist mein Credo und versuche ich dies auch stets bestmöglich umzusetzen.

Mag.a Kornelia Kaltenhauser, LL.M.
FINK + PARNTER Rechtsanwälte

LEAN IN Circle sind kleine Gruppen, die sich regelmäßig treffen, um zu lernen und zusammen wachsen. In diesen Peer-Gruppen werden Themen besprochen, die für das erfolgreiche Vorankommen in Unternehmen wichtig sind und die Selbstkompetenz stärken.Grundlage ist das Buch von Sheryl Sandberg ,,Lean In-Frauen und der Wille zum Führen“

Am Montag, den 19. März 2018, um 18:30 Uhr trifft sich wieder der BFC-LEAN-In Circle zur 2. Runde “Taming your Inner Critic”.  Jeder hat den inneren Kritiker, den es zu zügeln gibt. Im BFC-LEAN-In Circle, helfen wir Ihnen den inneren Kritiker zu zügeln.!!

  • Welche Trigger muss man bei Ihnen drücken, damit ihr innere Kritiker sofort zur Stelle ist?
  • Welche Sounds spielt ihr übler DJ?
  • Wie wehrt man sich gegen den üblen DJ?
  • Welche Techniken wendet man an, um den üblen DJ zu überlisten?

Moderation: MMag.a Margarita Todoroff
BFC Expertin

 

 

 

 

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Noch immer sind Frauen in höheren Führungspositionen unterrepräsentiert Dies bestätigen zahlreiche Studien und es scheint sich auch recht langsam in den nächsten Jahren zu verändern. Das Fehlen von attraktiven weiblichen Rollenvorbildern im Top Management gilt auch als Grund, warum der Anteil Frauen in diesen Positionen nicht wächst.

Um in die oberen Etagen betrieblicher Hierarchien zu gelangen
sind neben fachlichen Qualifikationen eine spezifische „Aufstiegskompetenz“
und der Wille zur Führung erforderlich. Dazu zählt u.a. die Kunst strategisch
zu denken und mikropolitisch zu agieren.

Unsere hochkarätige Impulsgeberin hat über ihre persönliche Karriere
und die Herausforderungen im Top Management berichtet
und gab Inspiration für die eigene Karriere.

Impulsgeberin:
Andrea Stürmer, MSc., MPA
Vorstandsvorsitzende der
Zürich Versicherungs-Aktiengesellschaft

Moderation:
Mag.a Daniela Stein
BFC Geschäftsführerin

„Uncertainty“ war immer schon ein steter Begleiter von Entscheidungen – sowohl von Aufsichtsräten als auch von Vorständen. Durch die rasante Entwicklung von Digitalisierung und gesellschaftspolitischen Veränderungen haben sich aber die Dimension und die Mannigfaltigkeit dieser „Unsicherheit“ bedeutend erhöht. Dieser Wandel stellt nun erprobte Geschäftsmodelle in Frage und erfordert von den Unternehmen nicht zuletzt häufig strategische Neuausrichtungen. Somit sind nun Vorstand und Aufsichtsrat mehr und mehr gefordert die Unternehmen auf künftige Szenarien vorzubereiten und gleichzeitig das Potenzial und die Widerstandsfähigkeit zu erhöhen.

Themenschwerpunkte:
-Haftung und Rechtliches für Vorstand, Aufsichtsrat
-Kennzahlen für Vorstand, Aufsichtsrat
-Uncertainty: wie geht man im Unternehmen damit um?
-Datensicherheit: Datenschutz Verordnung neu (Cybercrime und D&O)

Vortragender:
Mag. Georg Wielinger
Partner bei Kaan Cronenberg & Partner,
Rechtsanwälte

 

regioWIN CB Workshop & B2B Veranstaltung: „Professionelle Sichtbarkeit für Unternehmerinnen“

Im Rahmen des Interreg SI-AT Projektes regioWIN fand am 15. Mai 2017 der 1. Cross Border Workshop und das 1. regioWIN B2B Vernetzungstreffen statt.

Den Teilnehmerinnen wurde neues Wissen für die virtuelle Sichtbarkeit und ihren Online Auftritt mitgegeben.

Workshopthema: „Social Media für innovative Unternehmerinnen“
Referentin: Mag.a  Sarah Themessl  

Am Nachmittag wurde der Veranstaltungsraum zum regioWIN B2B Marktplatz umgebaut. Die Unternehmerinnen aus Kärnten, der Steiermark und Slowenien konnten sich, ihre Produkte und Dienstleistungen präsentieren und sich vernetzen. Bei der „regioWIN Matching-Wall“ wurden mögliche Kooperationspartnerschaften bereits festgehalten.

Organisator dieser Veranstaltung: Business Frauen Center (Daniela Stein & Sarah Themessl)
regioWIN Leadpartner: Innovation Region Styria GmbH (IRS) (Claudia Krobath)

 

regioWIN CB Workshop & B2B VeranstaltungBusiness Frauen Center – regioWIN

 

Die Projektpartner:

Innovation Region Styria GmbH (IRS)
Freiraum Business Center Graz
Technologiezentrum Deutschlandsberg
Energie Center Lipizzanerheimat Bärnbach
Business Frauen Center Klagenfurt
Štajerska gospodarska zbornica
Evropski kulturni in tehnološki center Maribor
Ljudska univerza Murska Sobota

 

Weitere Fotos zur Veranstaltung finden Sie hier.

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Fast 99% aller in Österreich tätigen Arbeitnehmer sind von kollektivvertraglichen Mindestlöhnen erfasst. Die Kontrolle inländischer Arbeitgeber durch die Behörden ist beinahe lückenlos gegeben.

Der Begriff „Lohndumping“ bedeutete seit 01.05.2011 hohe Strafen für Arbeitgeber, die den kollektivvertraglichen Grundlohn unterschritten. Zum Grundlohn zählte zwar schon bisher der Überstundengrundlohn – nicht aber Sonderzahlungen, Zuschläge, Zulagen und sonstige Entgeltbestandteile. Das hat sich jetzt aber geändert.

Seit 01.01.2015 macht sich strafbar, wer weniger als das nach Gesetz, Verordnung oder Kollektivvertrag zu stehende Bruttoentgelt (unter Beachtung der Einstufungskriterien bezahlt). Die Ersetzung des Grundlohns durch den umfassenderen Entgeltbegriff bedeutet eine erhebliche Verschärfung: damit ist jegliche Entgeltunterschreitung strafbar und nicht mehr nur eine gravierende Unterentlohnung.

Strafbar macht sich ein bereits grob fahrlässiger Arbeitgeber. Der Strafrahmen pro Arbeitnehmer beträgt zwischen € 1.000 bis € 10.000.

Welche Möglichkeiten der Strafnachsicht gibt es?

  1. Der Arbeitgeber zahlt seinem Arbeitnehmer vor einer Erhebung durch die Behörden das gebührende Entgelt nach. ODER
  2. Dem Arbeitgeber ist leichte Fahrlässigkeit vorzuwerfen.

ODER

  1. Die Überschreitung ist gering UND die Differenz wird nachgezahlt.

Inländische Arbeitgeber müssen bei sonstiger Strafe Kontrollorganen Einblick in die Unterlagen gewähren, die zur Beurteilung der korrekten Entlohnung erforderlich sind

–zum Beispiel Arbeitszeitaufzeichnungen – und diese auf Verlangen auch übermitteln.

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Mag.a Ingrid Gritschacher (BFC Expertin&Vorstand)
Grischu GmbH

 

Kompetenzen und Möglichkeiten für Frauen

Gender und Diversity, der Equal Pay Day, die gläserne Decke – all das sind Begriffe, die nicht unbekannt sind. Die Frauenquote – ein Versuch, ein Mittel zum Zweck, Frauen mehr in den Arbeitsmarkt zu bringen und das nicht nur als gering bezahlte Teilzeitkräfte, sondern als gleichberechtigte Arbeitnehmerinnen im mittleren und höheren Management zeigt erste Ergebnisse. Und doch sind wir noch weit weg von einer Gleichstellung von Mann und Frau im Erwerbsleben. Ziel ist es, ein modernes Arbeitsumfeld zu schaffen, das allen Erwerbstätigen zu Gute kommt.

Zwei Dinge sprechen für die Erwerbstätigkeit von Frauen:  Erstens eine finanzielle Unabhängigkeit für die Frau und zweitens die von Unternehmen benötigte Arbeitskraft der Frau. Arbeit muss neu gedacht werden, weil sich Umstände und Kontexte stark verändert haben.

Immer mehr junge Frauen haben akademische Abschlüsse, nur wenige machen Karriere. 59% der Studienabschlüsse wurden von Frauen erworben. Die 2009 angestrebte Frauenquote von 40% (vgl. bmwfw 2014) im mittleren und höheren Management liegt je nach Branche des (ATX-)Unternehmens noch immer darunter.[1]

Die Arbeitswelt ist in den letzten Jahrzehnten zwar weiblicher geworden. Die Erwerbsbeteiligung hat sich in nur einem Jahr (2013-2014) von 58% auf 70%  erhöht. Arbeit ist eine wichtige Quelle für das Selbstbewusstsein der Frau. Allerdings arbeiten 47% der Frauen in Teilzeit. Daraus resultieren Einkommensnachteile für Frauen und sie erwerben geringere Pensionsansprüche. Der Equal Pay Day, der 2015 auf den 31. März fällt, zeigt die finanzielle Ungleichheit zwischen Mann und Frau auf.  Mit diesen Rahmenbedingungen kommen Frauen aus Abhängigkeitsverhältnissen nicht heraus.

Hindernisse für Frauenkarriere sind eine doppelte Vergesellschaftung der Frau in der Berufswelt und der Reproduktionsarbeit sowie die Konstruktion, ‚Karriere sei etwas für Männer‘. Es braucht zum einen Förderung für Frauen durch Vermittlung von Aufstiegskompetenz und zum anderen (auch weibliche) Rollenbilder, die als Vorbild dienen.

Gefragt sind Modelle, die eine Gleichstellung zwischen Mann und Frau im Erwerbsleben fördern. Geschlechtergerechtigkeit ist noch immer eine Zukunftsvision, obwohl viele Unternehmen Frauenförderung zu einem Unternehmensziel gemacht haben und damit erste Erfolge erzielen.

Ein Verbundprojekt der Universitäten Hamburg und Leipzig hat sich von 2009-2012  vor dem Hintergrund der statistischen Diskriminierung von Frauen in Führungsetagen mit dieser Thematik auseinandergesetzt. Es wurden notwendige Kompetenzen für Frauen erforscht und das Konstrukt ‚Aufstiegskompetenz‘ entwickelt. Dabei handelt es sich um eine Metakompetenz, bei der Handlungserfahrungen eine zentrale Rolle spielen.

Kompetenz für Frauen

Basis ist die „emotional-motivationale und kognitive Bereitschaft sowie die Befähigung zur beruflichen Weiterentwicklung und zur Erschließung von Führungspositionen“ (Bamberg et al 2009: 70)  Die durch Sozialisation erworbenen Wahrnehmungs- und Handlungsmuster müssen erkannt und reflektiert werden und selbstregulative Auflösungsmöglichkeiten entwickelt werden. Selbstkompetenz verhilft zur Klärung der persönlichen Ausgangs- und Zielpositionen und stärkt Entscheidungskompetenz.

Weiters wird mikropolitische Kompetenz benötigt, um Normen und Werte erkennen sowie Strategien entwickeln zu können. Die Karriere ist aber auch von der Art und dem Umfang der Aufgabenzuweisungen, von entwicklungsförderlichem Feedback und von der Arbeitstätigkeit selbst abhängig. Es ist ein wechselwirksamer Prozess zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmerin. (vgl. ebd.)

Angebote vom Arbeitgeber

Damit die Kompetenzen von Frauen gefördert werden sollte es ihnen ermöglicht werden, anspruchsvolle Aufgaben übernehmen zu können.

Wichtig ist, Frauenförderung als Unternehmensziel zu definieren. Es braucht eine transparente Personalpolitik, in der Besetzungsrichtlinien, Auswahlprozesse festgehalten sind, eine Potentialanalyse und ein formalisiertes Karrieresystem.  Für geschlechtergerechte Arbeitszeiten benötigt es flexible Arbeitszeitmodelle für Frauen und Männer, betriebliche Kinderbetreuung und gezielte Unterstützungsangebote für die Rückkehr nach der Babypause. Es soll die Möglichkeit zu Netzwerkbildung gegeben sein. Frauen sollen ihre Arbeitsergebnisse selbst präsentieren und sich durch regelmäßiges Feedback weiter entwickeln können. Führungskräfte sind dabei Unterstützer und Vorbilder.

 

All dies verhilft, ein berufsbezogenes Selbstkonzept zu entwickeln. Das Verhalten des Vorgesetzten oder des Arbeitsgebers ist ein entscheidender Faktor dabei. (vgl. Bamberg et al 2009; Rohde 2012)

 

Anna Senoner, MA (BFC Expertin)
Senoner & Partner

 

[1] Anteil Aufsichtsrätinnen ca. 9%, ATX-Unternehmen ca. 11%, Universitätsprofessorinnen ca. 15%

Literatur

– Bamberg, Eva/Iwers-Stelljes, Telse A./Janneck, Monique/Mohr, Gisela/Rastetter, Daniela (2009): Aufstiegskompetenz von Frauen. Hindernisse und Förderung. In: Iwers-Stelljes (2009): Prävention – Intervention – Konfliktlösung. Wiesbaden: VS
– Bauer, Joachim (2013): Arbeit. Warum unser Glück von ihr abhängt und wie sie uns krank macht. München: Blessing
– BMwfw – Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (2014): Umsetzung der 40% Frauenquote: Online:
http://wissenschaft.bmwfw.gv.at/bmwfw/wissenschaft-hochschulen/gender-und-diversitaet/gleichbehandlung-an-oesterreichischen-hochschulen-und-forschungseinrichtungen/gleichbehandlung-und-frauenfoerderung-an-den-universitaeten/umsetzung-der-40-frauenquote/, 1.5.2015

-Statistik Austria (2015): Gender Statistik. Online:
http://www.statistik.at/web_de/statistiken/soziales/gender-statistik/, 1.5.2014