Mag.a Eva Possnig-Pawlik
Die Weberin

Die Weberin

Ich freue ich mich über die Einladung von Mag.a Daniela Stein vom Business Frauen Center, Ihnen meinen ersten Roman „Die Weberin“ in einem Blog vorzustellen. Danke dafür! Im Lockdown mussten ja die Präsentation und Lesungen abgesagt werden.

Neben der Tätigkeit als Psychologin konnte ich in den letzten Jahren einige Erzählungen in Anthologien veröffentlichen. Das Manuskript – „Die Weberin“ – wurde einige Monate vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie vom Wiener Verlagshaus Hernals angenommen. Der Roman erschien Anfang Dezember 2020.

Was bewegt mich beim Schreiben?

Meine Geburtsstadt Klagenfurt ist reich an Geschichte und Geschichten, die es wert sind, erzählt zu werden. Gerade im 21. Jahrhundert, in dem es immer weniger Zeitzeugen gibt, ist es wichtig, die Erinnerung an Bemerkenswertes wachzuhalten, aber auch an Düsteres und lange Verdrängtes. Die Literatur, die Darstellenden und Bildenden Künste, die Musik usw. sind mehr denn je gefordert, gesellschaftlich wichtige Themen aufzugreifen und dem Vergessen entgegen zu treten.

Erste Prosatexte entstanden in meiner Volksschulzeit. Schon als Kind berührten mich die Erzählungen, die in der Familie weitergegeben wurden. Es waren Schilderungen von Lebensschicksalen, die mit der konfliktreichen Geschichte Österreichs verbunden waren und sind.

Ein Beispiel: Mein Vater wurde 1936 während der Zeit des autoritären Ständestaates wegen seines mutigen Eintretens für die Demokratie und die Freiheitsrechte am Landesgericht Klagenfurt zu schwerer Kerkerhaft verurteilt. Auch in der NS-Zeit und während des Krieges trat er für seine sozialdemokratische Gesinnung sowie für die Rechte der Kärntner SlowenInnen ein.

„Die Weberin“ ist ein poetischer Roman, der von der Familiengeschichte ausgeht. Rund achtzig Jahre nach Ende des Krieges entwickelt sich vor dem Hintergrund der politischen Ereignisse der Flüchtlingskrise eine Liebesgeschichte. Die Wiener Dramaturgin Carla lernt den Musiker Boris kennen und kehrt auf Spurensuche nach Kärnten zurück, wo die Großeltern lebten. Sie wird mit Erinnerungen konfrontiert, die sie lange weggeschoben hat und denen sie sich zu stellen beginnt.

Ein zentrales Motiv ist für mich, über die Zerbrechlichkeit des Friedens und der Demokratie zu schreiben. Jüngeren Menschen erscheint unsere demokratische Lebensweise als selbstverständlich. Sie ist jedoch eine Errungenschaft, die sich über Jahrzehnte (trotz des zeitweilig scharfen Gegenwinds) entwickelt hat und deren Bestehen gerade in schwierigen Zeiten verteidigt werden muss. Es gilt weiterhin, wachsam zu sein.

Spannend für mich ist auch die Frage, wie eine Gesellschaft und ihr Umgang mit der Vergangenheit das Erleben und Handeln der Figuren in der Gegenwart beeinflusst. Auch diesem Thema gehe ich in der Erzählung nach.

Und: Was hält unsere Gemeinschaft zusammen, was sichert ihren Zusammenhalt? Kann Musik und die Kunst konstruktive Kräfte in Bewegung setzen? Und Egoismen überwinden? Eine Liebe retten?

Apropos Musik: Sprache ist Musik für mich (ich wuchs in einem musikalischen Elternhaus auf). Auch einige lyrische Passagen sind in der „Weberin“ zu entdecken.

Ich wünsche Ihnen anregende Lesestunden und alles Beste für 2021!

MMag.a Eva Possnig-Pawlik

Verlagshaus Hernals – „Die Weberin“