Gertrud Reiterer-Remenyi
Einmal Ausmalen mit alles, bitte!

Hast Du schon einmal ein Zimmer neu ausgemalt oder ein neues Möbelstück in einen Raum gestellt? Wenn ja, dann weißt Du, wie sehr eine auch noch so kleine Veränderung weitere Änderungen mit sich bringt – und zum Schluss ist fast alles anders. So war es zumindest bei mir.

Vor zwei Jahren wurde der Prozess ausgelöst durch eine große private Neu-Ausrichtung, oder besser Entfernung. Ich bin frisch getrennt in eine andere Stadt gezogen. Damals hatte ich mir in Erinnerung gerufen, dass es drei Säulen gibt, die mich halten, die gesundheitliche, die berufliche und die familiäre Säule. Wenn eine davon nachgibt, halten mich immer noch die anderen felsenfest.

Also hieß es, die Energie bündeln und auf eigenen Beinen stehen, finanziell und emotional. Das war zu schaffen. Um meine berufliche Säule zu kräftigen, habe ich neue Angebote konzipiert, meinen Radius erweitert und zusätzlich eine digitale Schiene aufgebaut. Wenn die Motivation nicht ausreichte, hat mir meine Disziplin helfend unter die Arme gegriffen.

In dieser Zeit wackelte plötzlich die gesundheitliche Säule. Eine Operation war nötig, dann wartete ich auf den Befund und garniert wurde das Ganze von Corona und den Maßnahmen, die meine berufliche Säule untergruben. Plötzlich hatte ich es mit zwei instabilen Säulen zu tun!

Vor dem Einsturz bewahren konnte mich jetzt nur noch die familiäre Säule, die allerdings gerade eine Generalsanierung erfuhr. Nach kurzer Verzweiflung – auch die gilt es auszuhalten – blieb ich zuversichtlich und voll Vertrauen darauf, dass es sich – wenn ich nur mutig und im Herzen wie im Kopf geöffnet bleibe – neu ordnen würde.

Zum Glück war es so! Einige bisherige WegbegleiterInnen fielen schmerzlich weg, andere erwiesen sich als wahre Stützen und Herzensmenschen, die mich beflügelten und wachsen ließen. Familie bedeutet für mich nicht nur „von gleichem Fleisch und Blut“, meine FreundInnen haben sich als die genialste Familie überhaupt erwiesen.

Mir der Verantwortung für mich selbst bewusst sein, dankbar sein für alles, was ich habe – vor allem meine neu definierte Familie und meine beruflichen WeggefährtInnen – und mutig, bedacht und vertrauensvoll Neues erobern, das war in dieser Zeit mein Erfolgsrezept. Die Früchte darf ich jetzt ernten.

Veränderung ist Leben – und jetzt lebe ich glücklich in einem frisch ausgemalten und komplett neu gestalteten Zimmer, in dem einige besonders wertvolle Möbelstücke ihren Ehrenplatz haben.

Gertrud Reiterer-Remenyi

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