“Erfahrung ist nicht das, was einem zustößt. Erfahrung ist das, was man aus dem macht, was einem zustößt.” (Aldous Huxley)

Da alles im Wandel ist, kann unsere Haltung zu uns nicht gleichbleiben. Mit meinem Beitrag möchte Euch Frauen (und Männer) ermutigen ihr selbst zu sein. Das kann sich durchaus auch ändern.

Ich habe in den letzten Jahren viel Veränderung erlebt. Eine der schwierigsten Aufgaben war es stets, zu akzeptieren was ist und dem Raum zu geben. Damit sind nicht nur die äußeren Gegebenheiten gemeint, sondern auch das, was innerlich bewegt. Nicht dem Impuls zu folgen über Negatives hinwegzugehen. All unsere Emotionen haben eine Funktion und wichtige Bedeutung. Ihr dürft ihnen einen Platz einräumen. Sie brauchen diesen, auch wenn uns das manchmal nicht gefällt.

Vielleicht kennt Ihr das von Euch: Es war nicht nur mit Freude verbunden, als ich 2015 erfahren habe, dass ich zu unserem Wunschkind schwanger bin (als Jungunternehmerin in der Aufbauphase). Ich hatte viele Sorgen und Ängste. Es war auch nicht nur traurig, als meine Geschäftspartnerin mich im selben Jahr verlassen hat und ich 2016 mit Neugeborenem und als Einzelunternehmerin dastand.

Viel Selbsterkenntnis (nach einigem Hadern und vielen Gesprächen) konnte ich gewinnen und das Leben zeigt, dass man Regisseur nur in seiner eigenen Welt sein kann: „Ich kann nicht die Welt verändern, aber einen einzelnen Menschen, mich selbst“ (Karlheinz Böhm).

Beginnen könnt Ihr damit klar zu trennen, was veränderbar ist und was nicht und wo ihr (trotzdem) handlungsfähig seid. Es heißt Verantwortung zu übernehmen für sich selbst und das eigenen Handeln und damit einhergehend klare Grenzen zu setzen und deutlich zu kommunizieren, was ich will und brauche.

Als dann 2018 mein zweiter Sohn zur Welt kam und mein Ehemann und ich ein Haus kauften, brauchte ich viel Kraft.

Am hilfreichsten für mich ist eine sehr pragmatische Herangehensweise an das Leben mit der Frage „Was bringt es mir?“. Das hilft mir den Fokus zu bewahren und mein Handeln zielgerichtet, lösungsorientiert und vor allem selbstbestimmt einzusetzen. So frage ich mich nicht, was ich muss oder was von mir erwartet wird, sondern vielmehr welchen Nutzen (oder Schaden) aus einem Verhalten entsteht. Es gab Tage oder Stunden in denen ich mich der Wut und der Trauer hingegeben habe, doch dann habe ich wieder nach Lösungen gesucht und nach vorne geblickt.

Auch ein Jahr später nach dem schweren Unfall meines Jüngsten habe ich nicht aufgehört Ziele zu definieren. An manchen Tagen war es, den Tag zu überstehen. Das half mir auch zu Beginn des Lock-Downs. Bald jedoch konnte ich wieder weitere Zeiträume überblicken und mit meinem Partner Pläne machen für unsere Familie und für mein Business.

Mein lieber Ehemann und mein tolles Netzwerk, meine Freundinnen und Freunde haben mir in jeder Phase geholfen und waren für mich da. Viele meiner liebsten FreundInnen leben in Wien, Salzburg und Niederösterreich. Ich bin es gewohnt über das Telefon meine Sorgen und Ängste mitzuteilen. Manches fällt da auch leichter als im direkten Kontakt.

Ihr seht, meine Veränderung war stetig, schön und anstrengend, schockierend, ernüchternd und erhellend. Und genauso vielseitig waren meine Strategien damit umzugehen. Ich wünsche Euch, dass Ihr Eure Strategien findet, dass Ihr viel Ruhe in unruhige Zeiten bringen könnt und Euren Fokus nicht verliert ganz im Sinne von „Nur was sein darf, kann sich verändern.“

Mag.a Claudia Felder-Fallmann