Marjeta Schwarz

NEW GENERATION Carinthia Mentoring – ein Bericht

Als ich zum ersten Mal vom NEW GENERATION Carinthia Mentoring des Business Frauen Centers gehört habe, wusste ich nicht recht, ob es zu mir passen würde. Als Kulturwissenschaftlerin konnte ich mich mit dem Begriff Businessfrau nicht identifizieren. Auch als Aufsteigerin oder Durchstarterin wollte ich mich nicht bezeichnen. Was ich wollte, war ein spannender Job mit einer Balance aus Herausforderung und Stetigkeit in einem interessanten Wirkungsfeld!

Damals befand ich mich am Ende meiner zweiten Elternkarenz, zu Anfang welcher ich mit meiner Familie aus Wien nach Kärnten gezogen bin. Anders als nach meinem ersten Kind, als ich mit Recht auf Teilzeit in den alten Job zurückkehrte, galt es in Kärnten, Fuß zu fassen ohne völlig von vorn anfangen zu müssen! Das Gefühl, bei dieser Aufgabe Unterstützung zu brauchen, führte mich schließlich ins NEW GENERATION Carinthia Mentoring.

Das Wagnis eingehen

Meine letzten Zweifel wurden beim Kennenlerntreffen mit den anderen Mentees aus dem Weg geräumt. In dieser bunten Truppe fühlte ich mich sofort wohl, weil wir ehrlich und authentisch über unsere persönlichen Situationen kommunizierten. Einige hatten ähnliche Erfahrungen gemacht, viele kamen aus ganz anderen Bereichen und hatten gewiss auch ganz andere Ansprüche an einen Job. Die gemeinsamen Gespräche – auch in den folgenden Begleitseminaren – entwickelten sich für mich zu einer wertvollen Quelle der Inspiration.

Trotzdem wurde ich beim Matching-Event, wo jede/r Mentee ihre/n/seine/n Mentor/in kennenlernt, noch einmal nervös – schließlich weiß man ja nicht, mit wem man es zu tun bekommt! Und was, wenn ich an einen eiskalten Zahlenmenschen gelangen würde? Doch auch hier hatte ich großes Glück, mit Oliver Heinrich eine hochprofessionelle und sehr einfühlsame Person zugeteilt zu bekommen.

Dorthin, wo das Herz ist

Dennoch fiel es mir anfangs schwer. Anders als einige meiner Kolleginnen und Kollegen wusste ich nicht konkret, was ich mir von diesem Mentoringprogramm erwartete. Ich hatte nicht geplant, meine eigene Firma für die Digitalisierung fit zu machen oder den Sprung in die Selbständigkeit zu wagen. Mein next step bestand darin, nach zwei Jahren Babypause und einer Rückkehr nach Kärnten in einen spannenden Job zu finden. Und das ist gar nicht so einfach, wenn man nicht recht weiß, was man spannend findet und gleichzeitig das Gefühl hat, eine Entscheidung mit enormer Tragweite treffen zu müssen!

Nach einem ersten behutsamen Herantasten fühlte ich mich durch dieses Fragental von meinem Mentor feinfühlig und erfahren begleitet. Als polyglotter Finanzexperte und Vater von zwei Kindern coachte er mich geduldig zur Erkenntnis, dass Kultur, Sprachen und Bildung jene Themen sind, für die ich brenne und dass es im Leben immer gescheit ist, dahin zu gehen, wo das Herz ist! Als ich das verinnerlicht hatte und den nötigen Mut gefasst hatte, ging der Knopf auf und ich fand den Weg in meine Nische.

Expertin sein

Der erste Meilenstein des Mentorings war also erreicht. Seither drehen sich unsere Gespräche darum, wie ich Themen vorantreiben oder noch zielorientierter Projekte planen und umsetzen kann, worauf ich mich fokussieren soll und wie ich den Blick am besten in die Zukunft richte und die richtigen Schritte setzte. Diese Strategiegespräche sind vielleicht gerade deshalb so wertvoll, weil wir aus völlig unterschiedlichen Bereichen kommen, aber sicherlich auch deshalb, weil mein Mentor über einen enormen Erfahrungsschatz und ausgeprägte Social Skills verfügt.

Die beiden wichtigsten Dinge, die ich bisher gelernt habe, sind erstens, dass jede/r eine Expertin/ein Experte für etwas ist. Das entspricht völlig meiner diversitätsorientierten Sicht auf Menschen und Lebensweisen und doch hatte ich es in Bezug auf mich selbst überhaupt nicht auf dem Schirm. Zweitens habe ich verstanden, dass man den Mut haben soll, Verantwortung zu übernehmen. Denn mit Verantwortung kommt auch die Möglichkeit zu gestalten, und das ist, was einen Job wirklich spannend macht!

Wenn dann alles auch noch Sinn ergibt

Mit diesen Erkenntnissen im Rucksack kann ich mich heute sehr glücklich schätzen, meinen Expertinnenplatz gefunden zu haben. Als Kärntner Slowenin habe ich seit jeher mit mehreren Sprachen und in verschiedenen Welten gelebt. Im Grunde waren Sprachen und Kulturen auch in den Jahren in Wien und im Ausland das, was mich am meisten interessierte. Allerdings war es damals das große Globale und Internationale, was mich anzog. Heute bringe ich meine fachliche Kompetenz dagegen in einen Bereich ein, der sich der kleinen, feinen Interkulturalität und kulturellen Zusammenarbeit in einer europäischen Makroregion widmet und das fühlt sich gerade sehr belohnend an. Wir Menschen möchten, dass unser Leben einen Sinn ergibt, dass Schritte, die wir jetzt setzen, auch später in unseren Erzählungen Bedeutung haben. Mit der Möglichkeit, mich und mein Wirkungsfeld weiterentwickeln zu können, entstand für mich diese notwendige Sinnhaftigkeit. Und dazu brauchte es das NEW GENERATION Carinthia Mentoring des Business Frauen Center – um meinen Stärken und Werten ins Auge zu blicken und mich dann auf den Weg zu begeben.

Über die Autorin

Marjeta Schwarz
Marjeta Schwarz

Marjeta Schwarz ist Programmentwicklerin im Hermagoras Verlag/Mohorjeva založba in Klagenfurt/Celovec. Zuvor arbeitete sie in der Produktentwicklung und im Marketing bei MANZ Verlag Schulbuch in Wien und als Lehrbeauftragte an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt. Als in mehreren Sprachen Lebende (Slowenisch und Deutsch als Erstsprachen; Italienisch, Kroatisch, Englisch, Französisch und Persisch als weitere Sprachen) sind ihre Herzensthemen Mehrsprachigkeit, Inter- und Transkulturalität, internationale Zusammenarbeit und Alpen-Adria.

Ihr Statement:

Bodi kul, beri ful!

Ohne Zweifel: An persönlichen Erfahrungen wachsen wir am meisten. Doch auch die Geschichten anderer bewegen uns und verändern, wie wir die Welt sehen. Daher teile ich das oben genannte Motto der öffentlichen Bücherei in Ravne na Koroškem: Sei cool und lies viel!